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Himbeere

Pflückreife
Himbeeren
Systematik
Unterklasse: Rosenähnliche (Rosidae)
Ordnung: Rosenartige (Rosales)
Familie: Rosengewächse (Rosaceae)
Unterfamilie: Rosoideae
Gattung: Rubus
Art: Himbeere
Wissenschaftlicher Name
Rubus idaeus
L.
Die Himbeere (Rubus idaeus) ist eine Pflanzenart der
Gattung Rubus aus der Untergattung Idaeobatus.
Die Himbeere ist bereits seit dem Altertum als
Heilpflanze bekannt (Liste der Heilpflanzen). Der
Legende nach war sie ursprünglich nur am Berg Ida
auf Kreta (vlg. Namensherkunft) zu finden. Der
deutsche Name kommt aus dem althochdeutschen
hintpera (hinta - Hirschkuh) also Beere der
Hirschkuh. Im Mittelalter wurde sie vor allem in
Klöstern kultiviert. Bereits im Jahre 1601 hat
Clusius zwischen roten und gelben Arten
unterschieden.
Inhaltsverzeichnis
Beschreibung
Der Himbeerstrauch wird bis zu 2 Meter groß, die
Ruten sind mit feinen Stacheln besetzt. An den
Trieben, die die Pflanze ausbildet, sitzen
wechselständig drei-, fünf- und siebenzählige
gezähnte und gefiederte Blätter.
Zwischen Mai und August bildet die Pflanze von den
einzelnen Trieben abgehend rispenförmige
Blütenstände mit weißen Blüten aus. Jede Blüte hat
jeweils fünf Kelch- und Kronblätter und über zwanzig
Staub- und Fruchtblätter. Der Boden der Blüte ist
dabei stark vorgewölbt.
Die roten, bei Zuchtformen auch gelben oder
schwarzen, weichen Früchte sind, anders als der Name
der Pflanze suggeriert, botanisch gesehen keine
Beeren, sondern Sammelsteinfrüchte, die sich aus den
einzelnen Fruchtblättern bilden. Anders als bei der
Brombeere ist die Frucht nur lose an den Blütenboden
gebunden und kann leicht abgezogen werden. Je nach
Sorte können Himbeeren von Juni an bis zu den ersten
Frösten im Spätherbst geerntet werden.
Verbreitungsgebiet
Die wilde Himbeere kommt natürlich in gemäßigten bis
kühlen Klimazonen bis in 2000 m Seehöhe vor. Das
Verbreitungsgebiet der Himbeere umfasst ganz Europa,
(Nord)-Asien und Nordamerika. Die Himbeere tritt als
Waldpionier auf Kahlflächen auf und ist ein
Nitratanzeiger. Die Himbeere bevorzugt halbschattige
Lagen, z. B. Waldlichtungen oder Waldränder mit
hoher Luftfeuchtigkeit und kühlen Sommertemperaturen.
Himbeeren mögen keine Staunässe, da sie empfindlich
gegenüber Wurzelkrankheiten sind.
Namensherkunft
Der Name der Himbeere (durch Lautangleichung
hervorgegangen aus der althochdeutschen Bezeichnung
Hintperi) leitet sich aus der altnordischen und
angelsächsischen Vokabel hind (Hirschkuh) ab,
bedeutet also Beere der Hirschkuh.
Der lateinische Name Rubus "idaeus" entstand aus der
Legende, dass Himbeeren zuerst am Berg Ida auf
Kreta, Griechenland kultiviert wurden und von dort
den Römern bekannt wurden. Auch die Ableitung von
einem gleichnamigen Bergzug in Mysien bzw. vom
griechischen Wort für Holz oder Wald ist denkbar.
Vermehrung
Die vegetative Vermehrung geschieht in der Regel
durch Wurzelausläufer. Selten vermehrt sich die
Himbeere auch über Absenker. Die Vermehrung über
Samen ist ebenfalls möglich. Da eine Keimung nicht
innerhalb einer festgelegten Periode erfolgt, wird
im Gartenbau eine Keimbeschleunigung angewandt.
Sorten
Grundsätzlich wird bei der Himbeere zwischen zwei
Arten unterschieden: Sommerhimbeeren und
Herbsthimbeeren (remontierende Sorten).
Remontierende Sorten fruchten mehrmals jährlich,
meist werden -aus betriebstechnischen Gründen - nach
der Ernte alle Triebe abgeschnitten, was im
Folgejahr zu Neutrieben und zu einer einmaligen
Ernte im Herbst führt. Bei Sommerhimbeeren werden
die Neutriebe belassen und so eine Ernte Ende Juni/Anfang
August herbeigeführt. Wichtige Himbeersorten sind :
* Tulameen: sehr aromatische Sorte, groß, nach unten
hin spitz zulaufend, Probleme mit Neutriebbildung,
anfällig für Phytophtora.
* Glen Ample: früh, groß.
* Himbotop: Herbsthimbeere, Schweizer Züchtung, groß,
feste Früchte, sehr stark wachsend.
* Autumn Bliss: Herbsthimbeere, Reife Anfang August,
Anfällig für viröse Bröselfruchtigkeit, aromatisch,
resistent gegen Wurzelkrankheiten.
* Polka: Herbsthimbeere, aromatisch, groß, Reife
Mitte August.
* Schönemann: spät reifende deutsche Sorte mit
länglichen, festen, etwas sauren Früchten.
Anbau
Anbau von einmaltragenden Himbeeren: Einmaltragende
Himbeeren (Sommerhimbeeren) werden meist entlang
eines Drahtrahmens gezogen. Dabei werden etwa zehn
Fruchtruten pro Laufmeter belassen und am Draht
angebunden. Während und nach der Fruchtreife wachsen
aus den Wurzeln neue Ruten nach. Der Schnitt von
Sommerhimbeerkulturen erfolgt direkt nach der Ernte.
Dabei werden die abgetragenen Ruten bodeneben
abgeschnitten und die Neutriebe aufgebunden.
Anbau von remontierenden Himbeeren: Remontierende
Himbeeren (Herbsthimbeeren) werden nach der Ernte (November)
bodeneben abgeschnitten. Im Frühjahr bilden sich
neue Fruchtruten, welche wiederum im Herbst fruchten.
Werden die abgetragenen Ruten über den Winter
belassen ist auch ein kleiner Frühertrag (Juni)
möglich, der jedoch drei Wochen nach Erntebeginn
abgebrochen werden sollte um den Spätertrag nicht zu
gefährden.
Krankheiten und Schädlinge
Die wichtigste Krankheit bei Himbeere ist
Phythophtora (Rote Wurzelfäule), welche zu
verringerter Neutriebbildung und langfristig zum
Absterben des Stockes führt. Eine weitere wichtige
Krankheit ist die Rutenkrankheit, welche auf mehrere
Erreger zurückzuführen ist. Während Phytophtora nur
durch ein optimales Bodengefüge verhindert werden
kann, kann die Rutenkrankheit mit Fungiziden
bekämpft werden. Schädlinge an der Himbeere sind
Blattläuse, Himbeergallmücken,
Himbeerrutengallmücken, Himbeerkäfer und Spinnmilben.
Viruskrankheiten, die Zwergwuchs hervorrufen können
oder zwergfrüchtige Ernten produzieren, sind ein
weiteres Risiko im kommerziellen Anbau.
Virusresistente Sorten (ELISA-getestet, virusfrei)
sind daher heute in Chile und Nordamerika bevorzugt
im Anbau.
Verwertung
Die Pflanze ist eine wegen ihrer Früchte beliebte
Gartenpflanze. Die durch ihren hohen Vitamingehalt
äußerst gesunden Früchte werden häufig roh verzehrt
oder beispielsweise als Marmelade, Gelee, Kompott
oder Saft vielfältig in der Küche verwendet.
Himbeeren reifen nach der Ernte nicht nach, sie
zählen zu den nichtklimakterischen Früchten. Beliebt
ist auch Vanilleeis mit heißen Himbeeren, die
außerhalb der Saison meist aus der Tiefkühltruhe
stammen. Im Gegensatz zu einigen anderen „Beeren“
behalten Himbeeren beim Backen ihr Aroma, weswegen
sie sich gut für Käsekuchen eignen. Aus den Blättern
vor allem der Triebspitzen kann ein wohlschmeckender
Tee aufgebrüht werden.
Himbeeren auf dem Markt
Himbeeren und deren Blätter wurden von
amerikanischen Ureinwohnern traditionell als
Heilmittel (Gelenkschmerzen, Bauchbeschwerden,
Augenschmerzen) eingesetzt. Die in Himbeeren
enthaltenen Anthocyane und Ellagsäure werden
neuerdings von Anbietern auch als potenzielle
Wirkstoffe gegen Krebserkrankungen und "Freie(Sauerstoff)Radikale"
propagiert; dafür sprechen Ergebnisse an
Zellkulturen und Nagetieren, wie sie auch für andere
sekundäre Pflanzenstoffe in großer Zahl erhoben
wurden. Die Tatsache, dass synthetisch hergestellte
Ellagsäure eine geringere Wirksamkeit zeigt, weist
nach Ansicht einiger Autoren auf ein mögliches
Zusammenspiel mit anderen Bestandteilen der Beeren
hin. Trotz der quantitativ höchsten Konzentration
unter allen Obst- und Gemüsesorten scheint die
Ellagsäure-Menge alleine jedoch auch in Himbeeren zu
gering zu sein, um eine nachhaltige Wirkung zu
erzielen. Es liegen keinerlei positive
Studienergebnisse an menschlichen Probanden oder
Patienten vor; bisher wurde noch kein Präparat als
Arzneimittel zugelassen oder auch nur die Zulassung
beantragt (lediglich als Nahrungsergänzungsmittel
zugelassen). In den USA wurde dennoch bereits ein
einschlägiges Patent beantragt, das den Vermerk "Government
Interests" (im Regierungsinteresse) trägt. In
Armenien ist die Himbeere seit langem als
therapeutische Heilpflanze bekannt. In China findet
die Beere als Anti-Aging-Mittel Verwendung.
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